Wo werden unsere T-Shirts und Co eigentlich hergestellt?

Die Länder der Bekleidungsproduktion

0 3

Schlagzeilen über eine eingestürzte Nähfabrik in Bangladesch, der Notruf einer ausgebeuteten Arbeiterin eingenäht in die Waschanweisung und weitere reißerischen Überschriften haben die Konsumenten sensibilisiert: Viele Verbraucher achten darauf, wo ihre gekaufte Kleidung hergestellt wird. Aber wie findet man das heraus? Wie viele T-Shirts, Pullover und Co stammen aus Deutschland, was bedeutet „Made in China“?

Deutschland ist auf Import ausgelegt

Die meiste Kleidung, die in Deutschland zu kaufen ist, wurde nicht hier hergestellt. Nur fünf Prozent stammen aus der landeseigenen Produktion. Die heimische Bekleidungsindustrie ist weiter rückläufig, die Produktion in Billiglohnländern ist für die Unternehmer deutlich lukrativer. Neun von zehn Kleidungsstücke stammen demnach aus dem Ausland. Im Jahr 2011 wurde Bekleidung in Wert von etwa 14 Milliarden Euro aus Asien importiert – mehr als die Hälfte der insgesamt verkaufen Kleidungsstücke. China ist hier großer Spitzenreiter, Länder wie Türkei, Bangladesch, Indonesien, Indien und Thailand folgen. Auch in Kambodscha, Mazedonien, Pakistan und Brasilien wird billig Kleidung für den deutschen Markt produziert. Oft führt das Schild im Inneren der Kleidung zu Irrungen: „Made in Italy“ kann beispielsweise auch bedeuten, dass das Hemd in China genäht wurde und lediglich die Knöpfe in Italien angefügt wurden.

 

Umstrittene Bedingungen im Billigsektor

Die Produktion in sogenannten Billiglohnländern ist nicht umstritten. Die Löhne in vielen Ländern sind gering, die Arbeitsbedingungen nicht immer zumutbar – Fälle wie die eingestürzte Nähfabrik in Rana-Plaza, Bangladesch zeigen, dass sie teilweise auch lebensgefährlich sind. In China scheinen sich die Situationen zu verbessern. Ein neues Arbeitsgesetz 2008 sorgt für bessere Bedingungen, aber auch für höhere Kosten für die Unternehmen. Zahlreiche Handelskonzerne beklagen sich bereits, dass China-Importe zu teuer geworden seien. Sie ziehen weiter – nach Indien, Vietnam, Kambodscha und Bangladesch. Letzteres hat die niedrigsten Löhne weltweit.

 

Produktion in der EU

Es gibt auch Produzenten, die ihre Bekleidung in der Europäischen Union herstellen. Bei Kleidungsstücken aus Portugal und Griechenland kann man davon ausgehen, dass diese auch zu fairen Bedingungen und Preisen hergestellt wurden. Vereinzelte Großunternehmen (z. B. Trigema, Manomama, Seidensticker und teilweise Boss) unterhalten Schneidereien in deutschen Gefilden. Andere Unternehmen schließen sich der gemeinnützigen Organisation „Fair Wear Foundation“ an, die sich der Verbesserung der Arbeitsbedingungen verschrieben hat. Die Organisation achtet auf die Arbeitsbedingungen und auch die Einkaufspolitik der Firmen. Hier sind über 100 Unternehmen derzeit Mitglied, große Outdoor-Firmen wie Mammut, Jack Wolfskin oder Vaude gehen mit guten Beispiel voran.

 

Wer sich orientieren will

Wer Bekleidungsproduktion in Billiglohnländern nicht unterstützen will, sollte einerseits auf den Preis seiner Kleidung achten. Ein T-Shirt für 4,50 Euro kann in den meisten Fällen nur unter niedrigen Lohnbedingungen gefertigt sein. Aber hohe Preise stehen auch nicht automatisch für eine gute Fertigung. Daher sollte nur zu Kleidung mit einem Siegel gegriffen werden. Das „Fairtrade-Siegel“ sowie das Zeichen der „Fair Wear Foundation“ ist eine gute Orientierung. Ebenso helfen die Siegel für Naturtextilien  „GOTS“ und „IVN Best“.

Hinterlasse eine Antwort

Deine Email-Adresse wird nicht veröffentlicht.