Was tun gegen Sandflöhe

Sandflohstiche und ihre Auswirkungen!

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Der Sandfloh (lat.: Tunga Penetrans) ist in den tropischen Gefilden Asiens, Afrikas und Amerikas beheimatet. Wer in diese Gebiete reist, sollte sich etwas vorbereiten, damit der Urlaub nicht zur Tortur ausartet. Besonders am Strand suchen sich die kleinen Plagegeister ihre Opfer.

Im Gegensatz zu herkömmlichen Flöhen, die sich nach der Nahrungsaufnahme wieder vom Wirt lösen, setzt sich das ca. 1 mm große Weibchen auf der Epidermis fest und dringt im Verlauf einiger Stunden immer tiefer in untere Hautschichten ein. In dieser Phase wird es vom Männchen begattet.

Die Eier legt das Sandfloh– Weibchen dann in der Wunde ab und verweilt, bis die neuen Sandflöhe das Tageslicht erblicken. Danach stirbt es ab. Der gesamte Vorgang kann 3- 4 Wochen in Anspruch nehmen. In dieser Zeit ist der Wirt bzw. das Opfer starkem und schmerzhaftem Juckreiz ausgesetzt!

Welche Maßnahmen bieten nun gegen den Sandfloh Schutz bzw. welche Mittel gegen Sandflöhe schaffen Linderung?

Präventivmaßnahmen gegen Sandflohbefall

Sandstrände sind das natürliche Ambiente der Sandflöhe! Die Blutsauger haben überaus kräftige Hinterbeine und springen im Extremfall bis zu einem halben Meter hoch! Beim Strandspaziergang wäre somit die beste Sicherheitsmaßnahme gegen Sandflohstiche eine Bekleidung bestehend aus festem Schuhwerk, Socken und langen Beinkleidern. Nun ist das an tropischen Stränden nicht jedermanns Sache.

Man sollte aber zumindest den Strand nicht barfuß betreten. Mit Flip-Flops und noch effektiver mit Laufschuhen können viele Sandflohstiche vermieden werden, da die dünne Haut an den Füßen den Sandfloh– Weibchen hervorragende Angriffsstellen bietet, um sich am Körper festzusetzen. Besonders gefährdet sind die Nagelränder, die Zehenzwischenräume und die Fußsohlen. Eine Liegematte aus Schaumstoff ist auf jedem Fall einem dünnen Handtuch vorzuziehen, um sich vor Sandflohbefall zu schützen.

 

Vorbeugende Mittel gegen Sandflohstiche!

Insektenschutzmittel (Repellents) für die Tropen bieten einen effektiven Schutz gegen Sandflohbefall! Diese Mittel gegen Sandflöhe enthalten Wirkstoffe wie Icaridin oder Permethrin und sind problemlos in lokalen Apotheken als Spray oder Lotion zu erwerben. Ein bewährtes Hausmittel gegen Sandflöhe ist reines Kokosöl.

Dieses ist wegen seiner ätherischen Öle überaus hautfreundlich und die enthaltene Lautrinsäure erschwert den weiblichen Sandflöhen das Eindringen in die Haut! Großzügiges Einreiben besonders der unteren Körperteile wie Füße, Unter- und Oberschenkel bieten wirksam gegen Sandflöhe Schutz! Der Effekt von Sonnenschutzmitteln wird dadurch nicht beeinträchtigt.

Nach dem Baden ist die Erneuerung sowohl von Kokosöl als auch Sonnenschutzcreme dringend angeraten. Letztendlich kann auch intensives Duschen nützlich sein. Besonders in der Anfangsphase des Sandflohbefalls, wenn die Tierchen noch keinen festen Halt auf der Haut haben, lassen sie sich noch einigermaßen leicht abspülen!

 

Was kann man tun bei Sandflohbefall?

Sandflohstiche sind nicht sofort zu bemerken. Erst nach Anwachsen des Körpers des Sandfloh– Weibchens auf etwa 3 mm beginnt die betroffene Stelle zu jucken. Gegen den Juckreiz helfen asiatischer Tigerbalsam und Kühlung, selbstredend ist ein Aufkratzen wegen der Infektionsgefahr verboten! Im Laufe der Zeit schwillt die befallene Örtlichkeit bis auf Erbsengröße an und bildet einen weißlichen Knoten.

Auf diesem zeichnet sich ein schwarzer Punkt ab, das Hinterteil des Sandfloh– Weibchens! Natürlich fühlt sich der Betroffene ob der Unannehmlichkeiten genötigt, das Ungemach eigenhändig zu entfernen. Doch hierbei ist mit größter Vorsicht vorzugehen! Die verbleibenden Wunden haben eine starke Tendenz zur Entzündung und im Normalfall sind alle Ärzte in Regionen mit Sandflohbefall professionell ausgestattet, um das Übel ohne Folgen zu beseitigen.

Nur im Notfall, bzw. in abgelegenen Regionen kann der Parasit unter möglichst sterilen Bedingungen mit einer Pinzette angegangen werden. Wir raten daher, immer etwas Desinfektionsmittel bzw. reinen Alkohol in der Reiseapotheke mitzuführen!

 

Krankheiten durch Sandflöhe

Haben sich Sandflöhe in die Haut eingegraben, entwickelt sich diese Hautstelle im Laufe der Zeit zu einem kleinen Knoten. Dieser stellt in der Regel keine Gefahr dar, sollte aber unbedingt von einem Arzt geöffnet und entfernt werden. Ist das nicht der Fall, kann es zu sogenannten Sekundärinfektionen kommen.

Das passiert unter anderem dann, wenn der Knoten einfach aufgedrückt wird und dabei andere Keime oder Erreger von außen in die Haut eindringen können. Öffnet der Arzt diesen jedoch mit sterilen Instrumenten und entfernt den Inhalt, ist keine weitere Erkrankung zu befürchten.

 

Grafiken:

Arnold Paul / edited by Waugsberg and Buchling – Eigenes Werk

 

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