Die Hirschlausfliege – eine Zecke mit Flügeln

Besonders Hunde und Pferde werden Opfer des kleinen Blutsaugers

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Das Ausbreitungsgebiet der Hirschlausfliege (Lipoptena cervi) befindet sich auf der gesamten Nordhalbkugel der Erde. Je nach Klima kann sie von Juli bis November für mittlere bis große Säuger zur Plage werden. Bevorzugte Lebensräume sind Eichen-, Fichten und Mischwälder. Dort befällt der kleine Parasit, der einer normalen Stubenfliege ähnelt, gerne Hirsche, Dachse und Wildschweine. Im domestizierten Lebensraum sucht sich die Hirschlausfliege vor allem Hunde und Pferde als Opfer aus. Auch Menschen zählen zu den Betroffenen, hauptsächlich Forstarbeiter und Waldspaziergänger!

Die rotbraune Hirschlausfliege wird 5 – 7 mm groß und hat einen relativ flachen Körper. Pferde, Hunde, Katzen und weitere Vierbeiner greift sie vorzugsweise im inneren Schenkelbereich der Hinterläufe und rund um das Areal des Afters an. Beim Menschen ist der Nackenbereich das bevorzugte Ziel der Attacke.

Die Waffen der Hirschlausfliege bestehen aus auffallend starken Haken an allen sechs Beinchen und einem ausgeprägten Stechrüssel. Bei der Landung auf dem Wirtstier krallt sie sich fest und wirft die Flügel ab. Dadurch gewinnt sie an Geschwindigkeit und bewegt sich flach bevorzugt auf behaarter Haut vorwärts und sucht eine Stelle zum Festsaugen!

Verbreitung der Hirschlausfliege

Die Hirschlausfliege ist mittlerweile extrem verbreitet. Grundsätzlich findet man sie nördlich des Äquators und hier vor allen Dingen in Waldgebieten.

In den Zeiten von August bis Oktober schlüpfen die Fliegen und begeben sich dann auf die Suche nach einem neuen Wirt. Ist ein neuer Wirt gefunden, nisten Sie sich ein und können dort über Monate bleiben.

Reaktionen und Krankheiten durch den Biss der Hirschlausfliege

Menschen nehmen den Biss der Hirschlausfliege kaum wahr. Da die Parasiten behaarte Haut mögen, sind im Normalfall Langhaarige und Bartträger gefährdet. Auffällig sind die Reaktionen von Pferden und Hunden. An den beschriebenen Örtlichkeiten im hinteren Bereich sorgen die Bisse für große Schmerzen. Abzusehen ist das an den panischen Reaktionen der Vierbeiner. Die Tiere springen „wie von der Tarantel gestochen“ auf und kratzen und beißen sich intensiv an den betroffenen Stellen.

Die klinischen Symptome des Bisses der Hirschlausfliege ähneln dem eines Blutergusses. Zudem geht von den Beulen ein starker Juckreiz aus. In schwerwiegenderen Fällen können Hautausschläge in Form von Eiterungen, Ödemen und Pusteln beobachtet werden. Diese halten dann einige Tage an, bis das Gift über die Lymphdrüsen wieder ausgeschieden wird.

Die Hirschlausfliege gilt als Überträger der bartonella schoenbuchensis. Dieses erst 2001 entdeckte Bakterium führt bei Hirschen, Pferden und Hunden zu eitrigen Erkrankungen des Fells. Die Auswirkungen auf den Menschen sind noch nicht umfassend erforscht. Formen von Dermatitis können wohl auf die Hirschlausfliege zurückgeführt werden.

Meinungen bezüglich der Auslösung von schweren Herzkrankheiten wurden bisher nicht wissenschaftlich manifestiert vorgetragen.

Präventivmaßnahmen zum Schutz gegen den Biss der Hirschlausfliege

Eine effiziente Maßnahme ist natürlich die Meidung von gefährdeten Waldgebieten. Damit setzt man sich und sein Haustier erst gar nicht der Gefahr eines Stiches der Hirschlausfliege aus. Aktiv zu schützen sind Hund und Pferd mit einem gängigen Insektizid. Dieses Mittel gegen die Hirschlausfliege kann als Tropfenlösung, Spray oder Spot-on zur äußerlichen Behandlung verabreicht werden und hält die Schädlinge in der Regel auch vom Menschen fern. Im Zweifelsfall ist sich beim Tierarzt eingehend über die Anwendungsformen zur Bekämpfung der Hirschlausfliege zu informieren.

Auch verschiedenen ätherischen Ölen wie Citronella, Lavendel-, Rosmarin- und Kokosöl kann durchaus eine präventive Wirkung beschieden werden! Sollte Ihr Tier trotzdem Reaktionen zeigen, die auf den Biss einer Hirschlausfliege hinweisen, ist eine schnelle Reaktion angesagt. Die betroffenen Stellen sind sofort zu untersuchen bzw. zu reinigen oder zu spülen.

Es ist ratsam, beim Gassigehen oder Ausreiten einen Nissenkamm mitzuführen. Besonders bei langhaarigen Haustieren kann der Parasit schon vor Ort ausgekämmt und entfernt werden. Auf jeden Fall ist so schnell wie möglich ein gründliches Bad vorzunehmen.

Es gibt verschiedene ätherische Öle, deren Duft die lästigen Hirschlausfliegen abhält. Dazu gehören unter anderem:

  • Teebaumöl
  • Lavendelöl
  • Rosmarinöl
  • Citronella
  • Zimtöl

Auch Öl aus Katzenminze kann im Kampf gegen die Hirschlaus helfen. Werden ein paar Tropfen des Öls mit einer Körperlotion vermischt, hat man ein einfaches Mittel zum Auftragen auf die Haut. Mit Wasser gemischt, kann es als Spray zur Abwehr verwendet werden. Hilfreich ist auch ein Halsband oder Halstuch für den Hund, welches mit ein paar Tropfen des Öls imprägniert wird.

Nach dem Stich gibt es verschiedene Cremes und Salben, die ebenfalls helfen. Ringelblumensalbe wirkt beruhigend für die Haut und kann auch bei Hunden und Katzen verwendet werden. Einen kühlenden Effekt haben Gels mit Aloe Vera. Zeigen sich beim Hund an den Innenschenkeln oder im Bauchbereich großflächige Hautreizungen, kann auch eine Auflage mit Heilerde helfen.

Im Gegensatz zu Zecken sind die kleinen Hirschlausfliegen um einiges schneller, sodass man sie nicht immer greifen kann. Hat man aber ein Exemplar erwischt, sollte man es sofort zwischen einem Taschentuch oder etwas Anderem zusammendrücken und entsorgen. Beim Menschen beißen sich Hirschlausfliegen bevorzugt auf dem Kopf oder im leicht behaarten Nackenbereich fest.

Es kann zu Schwellungen, Hautreizungen, Pusteln oder sogar Herzbeschwerden. Im Ernstfall oder bei länger anhaltenden Beschwerden sollte unbedingt ein Arzt aufgesucht werden.

 

 

Was tun nach dem Biss der Hirschlausfliege?

Wenn nun die Präventivmaßnahmen nicht wirksam waren und auch das ausgiebige Bad den Parasiten nicht wegspülen konnte, dann ist die Stelle auf jeden Fall mit einem Desinfektionsmittel einzureiben. Auch Kühlung lindert Schmerz und Juckreiz bei Pferd, Hund & Mensch. Bei starken Symptomen oder Entzündungen kann an dieser Stelle nur auf den Gang zum Tierarzt verwiesen werden!

 

Hirschlausfliege beim Pferd

Gerade Pferde sind sehr beliebte Opfer. Wenn dein Pferd von einer Hirschlausfliege befallen ist wird es sich in der Regel extrem nervös und unruhig verhalten. Da der Biss der Hirschlaus weitaus schmerzhafter ist gehen Pferde auch nicht selten „durch“ und können damit den Reiter durchaus in Lebensgefahr bringen.

Wenn ihr die Laus nicht zufällig gegriffen bekommt – Was natürlich bei einem extrem unruhigen Pferd schon grundsätzlich sehr schwer ist kann Wasser eventuell helfen. Natürlich muss auch hier das Pferd entsprechend fest stehen.

Da der Schädling durch seinen Biss nicht nur Hauterkrankungen, sondern auch Herzentzündungen auslösen kann, sollte schnell gehandelt werden.

FAQ Hirschlausfliegen

Frage: Tut es weh wenn die Hirschlausfliege zubeißt?

Antwort: Zum einen ist der Biss recht schmerzhaft. Anders als z.B. bei der Zecke, spürt man hier den Biss direkt. Das der Biss massiv unangenehm sein kann, sieht man zum einen das sich z.B. Hunde oder Katzen extrem unruhig verhalten und teilweise „Wie von der Tarantel gestochen“ aufspringen, wenn es zum Biss kommt. Sogar bei Pferden wird immer wieder beobachtet dass diese wild durch die Gegend galoppieren. Man muss also (leider) sagen dass der Biss extrem unangenehm ist.


Frage: Was passiert wenn die Hirschlausfliege zubeißt?

Antwort: Neben den grundsätzlichen Schmerzen, ist es leider auch nicht ganz ungefährlich wenn die Hirschlausfliege zugebissen hat! Bei Tieren kommt es nicht selten zu Hautentzündungen die auch eitern können. Noch gefährlicher sind die Auswirkungen die durch das Bakterium „Bartonella Schoenbuschensis“ versursacht werden. Hier kann es ähnlich wie bei einem Zeckenbiss zu Fieber, Hautauschlägen und sogar Herzmuskelentzündungen kommen. Vorsicht ist also geboten.


Frage: Wie entferne ich die Hirschlausfliege ?

Antwort: Anders als bei der Zecke, „steckt“ die Hirschlausfliege quasi nicht mit dem halben Körper in seinem Opfer und kann „während“ des Bisses daher zumindest einfacher entfernt werden. Bei Zecken empfiehlt es sich ja immer diese mit einer entsprechenden Zange „herauszudrehen“ damit nicht der Kopf steckenbleibt. Das ist aber auch nur das einzig positive an dem kleinen Plagegeist. Im Gegensatz zur Zecke sind Hirschlausfliegen weitaus schneller in der Bewegung und sind daher teilweise extrem schwierig zu „fassen“.  Im Fell eines Hundes, einer Katze oder auch eines Pferdes muss man schon sehr schnell sein, damit die Hirschlausfliege nicht wieder „im Fell verschwindet“. Dies gestaltet sich natürlich bei Tieren mit einem sehr dichten Fell äußerst schwierig. Als Mensch hat man es hier noch etwas einfacher. Auch wenn der Mensch Gott sei Dank nicht das Lieblingsziel der Hirschlausfliege ist, befinden sich diese sehr gerne in den Haaren. Vermutet man den Quälgeist im Haar oder allgemein auf dem Körper ist eine direkte Dusche natürlich die beste Wahl.


Frage: Was empfehlt ihr denn nun am besten als Vorbeugung gegen die Hirschlausfliege?

Antwort: Zum einen raten wir von den typischen „chemischen Keulen“ ab. Diese sind weder gegen Zecken noch gegen Hirschlausfliegen zu empfehlen und belasten Ihr Tier auf lange Sicht viel mehr!

Beim Hund empfiehlt es sich beim Spaziergang immer mal wieder kurz das Fell zu prüfen. Hier reicht es kurz den Hund Fuß kommen zu lassen und kurz einen Blick über das Fell zu werfen. Nicht selten kann man so eine Zecke oder auch die Hirschlausfliege bereits vor dem Biss entdecken. Natürlich ist dies bei besonders dichtem Fell weitaus schwieriger.

Aus Erfahrung hat sich mittlerweile „Kokosöl“ als sehr effektiv herausgestellt. Zum einen kann mit Kokosöl das Fell des Tieres eingerieben werden was gegen oben genannte Plagegeister häufig besser wirkt als als die ein oder anderen überteuerten chemischen Mittel. Zusätzlich kann Kokos auch als Nahrungsergänzung zum Futter des Tieres gegeben werden um so auch „von innen“ einen Effekt zu erzielen.

Grafiken:

Von Christian Fischer, CC BY-SA 3.0, Link

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