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Wann machen Nahrungsergänzungsmittel wirklich Sinn?

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Die Nachfrage nach gesundheitsfördernden Produkten ist ungebrochen. Insgesamt 1,3 Milliarden Euro lassen sich das die Deutschen angeblich jedes Jahr kosten. Besonders beliebt sind Nahrungsergänzungsmittel. Die bunten Pillen und Brausetabletten werden täglich in Supermärkten, Reformhäusern und Apotheken verkauft. Doch immer wieder werden Stimmen laut, die behaupten, dass Nahrungsergänzungsmittel unnütz, ja sogar gefährlich seien. Welchen Benefit haben solche Produkte wirklich für die Gesundheit? Wie oft sollen Nahrungsergänzungsmittel eingenommen werden und rechtfertigen besondere Lebenslagen den Einsatz dieser Erzeugnisse?

Warum Nahrungsergänzungsmittel so erfolgreich sind

Sie versprechen glänzende Haare, Vitalität und ein besseres Denkvermögen. Die Werbeindustrie bemüht sich, potenzielle Nutzer von den Vorteilen der schnell einzunehmenden Mittel zu überzeugen. Auf der anderen Seite steht der Kunde, der in den meisten Fällen gesundheitlich sehr aufgeklärt ist. Er erkennt den Stellenwert der Ernährung für die eigene Gesundheit. Aus Zeitmangel greift er jedoch gerne zu Präparaten, um ungünstige Ernährungsverhältnisse auszugleichen.

Darüber hinaus hofft er mit Nahrungsergänzungsmitteln, einen zusätzlichen Nutzen erreichen zu können. Das Konzept scheint aufzugehen, denn laut der Nationalen Verzehrstudie II nehmen knapp 28 % der Deutschen Nahrungsergänzungspräparate ein. Welche Produkte besonders beliebt sind, zeigte eine Studie der Gottfried Wilhelm Leibniz Universität Hannover in Kooperation mit der Nürnberger Gesellschaft für Konsumforschung (GfK). Dafür wurden 1070 Anwender zu ihrem Umgang mit Nahrungsergänzungsmitteln befragt.

Folgende Präparate wurden demnach am häufigsten verwendet:

  • Magnesium (59,2 Prozent)
  • Vitamin C (52,6 Prozent)
  • Vitamin E (45,3 Prozent)
  • Kalzium (37 Prozent)
  • Selen (23 Prozent)

Nährungsergänzungsmittel gelten als Lebensmittel

Der Markt hält ein breites Angebot für Kunden bereit. Die Produkte unterscheiden sich hinsichtlich der Inhaltsstoffe und Einnahmeformen. Neben den zugesetzten Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen können diese exotische Substanzen aus Tieren, Pilzen, sowie Pflanzen enthalten. Die Darreichungsformen gehen von Tabletten, Dragees über Brausetabletten bis hin zu Ampullen. Auch wenn Nahrungsergänzungsmittel stark an Medikamente erinnern, werden sie faktisch nicht als solche klassifiziert. Da sie zu den Lebensmitteln zählen, unterliegen sie zwar den Bestimmungen des Lebensmittel- und Futtermittelgesetzbuches (LFGB), müssen aber keinen Nachweis über Wirksamkeit oder Sicherheit erbringen. Nahrungsergänzungsmittel sind nicht dazu bestimmt Krankheiten zu heilen, sondern um eine Unterversorgung auszugleichen.

Bis auf wenige Ausnahmen überflüssig

Viele Menschen vermuten bei sich eine Unterversorgung und greifen deshalb zu entsprechenden Präparten. Experten sind sich jedoch einig, dass aufgrund des reichhaltigen Lebensmittelangebotes hierzulande, Mangelerscheinungen sehr selten auftreten. Tatsächlich enthalten Zutaten, die häufig in der Küche verarbeitet werden, ungeahnt hohe Vitaminwerte. Nur ein Beispiel ist der Brokkoli, der mit rund 83 mg Vitamin C pro 100 Gramm, als echte Vitamin C Bombe gilt. Deshalb sind insbesondere die Klassiker wie Vitamin C und Multivitamin in der Regel überflüssig.

Laut der Nationalen Verzehrstudie II wird der Großteil der Vitamine und Mineralstoffe mit einer ausgewogenen Ernährung gedeckt. Nicht zuletzt, weil Lebensmittel heute vielfach mit Nährstoffen angereichert werden. Auch die Versorgung mit Jod hat sich in der Gesellschaft merklich verbessert, seitdem jodiertes Speisesalz eingeführt wurde. Ausnahmen waren in der Versorgung mit Vitamin D, Kalzium und Eisen festzustellen, wobei die Verzehrempfehlungen der Teilnehmer teilweise unterschritten wurden.

Auch bei der Folsäure wurde bei einer deutlichen Mehrzahl der Probanden eine Unterschreitung des Referenzwertes beobachtet. Allerdings gilt das nicht automatisch als Mangel, da eine Sicherheitsspanne vorsorglich mit eingerechnet wurde. Nahrungsergänzungsmittel machen also nur in einem recht eingeschränkten Anwendungsgebiet wirklich Sinn.

Nahrungsergänzungsmittel nicht generell verteufeln!

Auch wenn eine Deckung des Nährstoffbedarfs mit einer gesunden Ernährung erfolgen kann und es an umfangreichen wissenschaftlichen Beweisen für die Wirksamkeit von Nahrungsergänzungsmittel fehlt, sollte keine allumfassende Ablehnung der Präparate erfolgen. Es gibt Personengruppen, die durchaus von einer zusätzlichen Einnahme von Nährstoffen profitieren können.

Dazu zählen Menschen mit:

  • Unter- oder Mangelernährung
  • Chronischen Erkrankungen, die Leber, Nieren oder Darm betreffen.
  • Krebsleiden
  • Alkoholismus

Darüber hinaus können bestimmte Lebensphasen oder das individuelle Sportverhalten eine Einnahme rechtfertigen:

  • Schwangerschaft
  • Stillzeit
  • Hohes Lebensalter
  • Hochleistungssport

Ein spezielles Nahrungsergänzungsmittel wird heute sogar ohne Einschränkung für Schwangere empfohlen: die Folsäure. Denn ein Mangel an Folsäure kann für das ungeborene Kind schädlich sein, da er im Verdacht steht, Neuralrohrdefekte zu verursachen. Daher empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) in den ersten drei Schwangerschaftsmonaten die Einnahme von entsprechenden Nahrungsergänzungsmitteln. Die empfohlenen 400 µg Folsäure am Tag können so unkompliziert sichergestellt werden.

Auch wenn es noch zu verlockend scheint, bei Beschwerden eine Diagnose selbst zu stellen und zu einem Produkt aus der Drogerie zu greifen, sollte die Abklärung unbedingt von einem Arzt erfolgen. Durch die Bestimmung der Blutwerte kann so unkompliziert der individuelle Bedarf festgestellt werden. Damit wird Geld gespart und unter Umständen auch die eigene Gesundheit geschont.

Können die kleinen Helfer auch gefährlich sein?

In den meisten Fällen werden zu viel aufgenommene Vitamine einfach wieder ausgeschieden. Es gibt aber auch Nährstoffe, die überdosiert einen negativen Effekt auf den Körper haben können. Eine Langzeitstudie hat beispielsweise ergeben, dass zu viel Vitamin A das Risiko für Knochenbrüche im Alter erhöht. Vitamin C kann abführend wirken und durch die Säure den Zahnschmelz angreifen. Große Mengen an Vitamin D und E neigen dazu sich im Organismus anzureichern, wo sie zu Kopfschmerzen, Übelkeit sowie Erbrechen führen können.

Aber wie viel ist denn nun zu viel? Die Hersteller sind verpflichtet, ihr Produkt mit Verzehrempfehlungen zu versehen. Laut der Studie der Leibniz Universität Hannover halten sich 86 % der Anwender auch an diese Herstellerangaben. 93 % von ihnen gaben an, sich der negativen Auswirkungen einer überdosierten Nährstoffversorgung bewusst zu sein. Trotzdem wurde bei 22 Prozent der Befragten eine Überschreitung der Höchstmenge bei Einnahme von Magnesiumprodukten beobachtet. Mögliche Nebenwirkungen sind Verdauungsbeschwerden und Durchfälle.

Die zusätzlichen Inhaltsstoffe aus der Pflanzen- oder Tierwelt sind für den Endkunden kaum überschaubar. Fraglich ist auch, ob durch die Zugabe solcher Inhaltsstoffe ein Mehrwert erzeugt werden kann und ob eventuell Risiken zu erwarten sind. Experten warnen zur Vorsicht bei enthaltenden Bienenerzeugnissen wie Gelée Royale und Propolis, die zu schweren Allergieerscheinungen führen können.

Fazit:

Die Wirksamkeit von Nahrungsergänzungspräparaten ist vielfach nicht ausreichend erforscht. Eine generelle Einnahme von Nahrungsergänzungsmittel kann daher nicht pauschal empfohlen werden. Vielmehr ist das eigene Ernährungsverhalten zu hinterfragen und gegebenenfalls anzupassen. Frische Lebensmittel sollten immer die bevorzugte Nährstoffquelle sein, um den Bedarf sicherzustellen und unerwünschte Nebenwirkungen auszuschließen. Bei einem vermuteten Nährstoffmangel sollte der Hausarzt der erste Ansprechpartner sein, um eine entsprechende Empfehlung zu erhalten.

Grafiken:  https://stock.adobe.com/de/stock-photo/medizin-tabletten/60111551 © pix4U

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Essen als Gemeinschaftsprojekt: Allein essen macht krank

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Unser stressiges Leben lässt Essen und den Genuss desselben immer weiter in den Hintergrund rücken. Was früher täglich gemeinsam mit der Familie zelebriert wurde, ist heute ein notwendiges Übel, das nebenher mit Nahrung vom Lieferdienst erledigt wird. Neben Slow Food, der Rückkehr wertschätzenden Essens, ist auch das Essen in Gemeinschaft ein Schritt in die andere Richtung.

Allein essen ist problematisch


Die Studienlage ist diesbezüglich relativ eindeutig: Wer viel alleine isst, hat ein erhöhtes Risiko für Bluthochdruck, Diabetes und Übergewicht und weitere Stoffwechselprobleme, die alle mit schlechter Ernährung in Zusammenhang gebracht werden. Wer allein isst, isst in der Regel schneller und neigt dazu, parallel etwas anderes zu tun, zum Beispiel Fernsehen, Emails lesen oder anderes Multitasking. Dabei verliert man die Beziehung zum Essen. Auch das normale Sättigungsgefühl wird dabei oft ignoriert, weil die Konzentration auf ganz andere Dinge fokussiert ist.
Um drohendes Übergewicht erkennen zu können, hilft es, seinen BMI berechnen zu lassen. Anhand dieses Richtwertes kann man sehen, ob man zu viel auf den Rippen hat. Dabei ist auf die leicht unterschiedlichen Grenzwerte für Männer und Frauen sowie die sich mit dem Alter verschiebenden Empfehlungen zu achten.

Wertschätzende Ernährung als Gegenentwurf


Um überschüssiges Körperfett wieder loszuwerden, helfen dauerhaft keine Diäten oder schnellen Ernährungsumstellungen. Stattdessen empfehlen Experten, sich bewusster und wertschätzend zu ernähren. Wer den Genuss am Essen wiederentdeckt und seinen Mahlzeiten die Zeit einräumt, die ihnen gebührt, hat es wesentlich leichter, sich ausgewogen zu ernähren und ein natürliches Sättigungsgefühl wiederzugewinnen. Dieses ist der Schlüssel: Der Körper sendet Signale, auf die zu hören wir wieder lernen sollten.
Dabei hilft auch, in Gemeinschaft zu essen – und dann auch nur ausschließlich zu essen, ohne parallele Berieselung durch Medien. Auch für Singles ist dies machbar, wenn sie sich regelmäßig mit Freunden verabreden, um gemeinsam gesund zu kochen und zu speisen. In diesem Fall fällt es Menschen übrigens auch leichter, mehr Geld für hochwertige und frische Lebensmittel auszugeben und sich Zeit bei der Zubereitung zu lassen – alles weitere Faktoren für eine gesunde Ernährung. Dabei bedeutet “Qualität” oft etwas anderes als einheitliche Supermarktware: Auch krummes Obst und Gemüse verdient unsere Wertschätzung und steht in Vitaminpower seinen geraden Kollegen in nichts nach.

Feste Rituale


Wer Probleme hat, regelmäßige Zeiten einzuhalten oder in der Familie unterschiedliche Zeitpläne zur Deckung zu bringen, um gemeinsame Mahlzeiten einzunehmen, muss nicht verzweifeln. Dies ist eine Frage von Gewohnheit und Gelegenheit und kann eine Weile dauern, ehe langfristig funktionierende Lösungen gefunden werden. Besonders wichtig sind diese für Familien mit kleinen Kindern: Wer früh lernt, dass man sich gemeinsam zum Essen Zeit nimmt und dieses bewusst und langsam genießt, hat auch später weniger Schwierigkeiten, wertschätzend zu essen.

Verdauungsprobleme durch zu schnelles essen


Wer zu schnell große Portionen fettigen Essens verspeist, hat nicht nur langfristig, sondern oftmals auch kurzfristig einige Beschwerden: Völlegefühl, Bauchschmerzen, Sodbrennen oder Blähungen können sich einstellen. Auch gewöhnt sich der Magen an Überfüllung und dehnt sich stärker. Als erste Hilfe empfehlen wir Apfelessig gegen Sodbrennen, aber genauso wichtig ist es, diese Angewohnheiten Stück für Stück zu ändern und Fastfood durch Slow Food zu ersetzen.

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Fensterglas – welches ist das richtige?

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Beim Glas für die Fenster ist die Auswahl sehr viel größer als sie Laien auf den ersten Blick erscheint. Dass eine Mehrfachverglasung einen guten Wärmeschutz bietet, weiß inzwischen fast jeder. Weniger bekannt sind jedoch die vielen Verglasungen mit besonderen Eigenschaften. Im Folgenden deshalb ein Überblick über die verschiedenen Glasarten, die sich zum Teil auch miteinander kombinieren lassen. So kann zum Beispiel eine Mehrfachverglasung mit guten isolierenden Eigenschaften gleichzeitig einbruchhemmend sein.

Einfachglas

Eine Einfachverglasung findet sich inzwischen nur noch dort, wo eine Wärmedämmung keine Rolle spielt. Sie lässt die Wärme fast ungehindert entweichen und ist deshalb für Wohngebäude nicht mehr zugelassen. Gut geeignet ist sie dagegen für ein Gartenhaus, das nur in den Sommermonaten genutzt wird. Eine einfache Verglasung lässt viel Licht in die Laube strömen. Zudem wird der Innenraum bei Sonnenschein schnell warm, sodass Sie bei entsprechendem Wetter schon früh im Jahr wieder in Ihrem Gartenhaus sitzen können. Ein weiterer Vorteil ist der äußerst günstige Preis.

Doppel-, Dreifach- und Vierfachverglasungen

Eine sehr viel bessere Wärmedämmung als eine Einfachverglasung bietet eine Doppel-, Dreifach- oder Vierfachverglasung, die – wie der Name schon sagt – aus zwei, drei beziehungsweise vier Scheiben besteht. Zwischen den einzelnen Scheiben befindet sich in der Regel eine Füllung aus einem Edelgas, bei dem es sich meist um Argon oder Krypton handelt. Es verstärkt die Isolierung nochmals.

 

Schallschutzglas

Im Hinblick auf den Schallschutz stellen die Fenster eine Schwachstelle dar, denn Lärm dringt vor allem durch die Fensterscheiben in ein Gebäude. In der Nähe von Flughäfen, Bahngleisen, Industriegebieten, Autobahnen und anderen Lärmquellen bietet es sich daher an, durch eine Schallschutzverglasung für mehr Ruhe in den Innenräumen zu sorgen.

Solch eine Verglasung besteht aus mehreren Scheiben, die verschiedene Dicken haben und in unterschiedlichen Abständen angebracht sind. Durch diesen asymmetrischen Aufbau werden die Schallwellen gebrochen und eine Weiterleitung des Lärms an die Innenräume unterbunden. Hierbei gilt, dass der Schallschutz umso höher ist, je dicker die Scheiben und je größer die Abstände sind. Einen zusätzlichen Effekt haben eine Füllung aus Edelgas und eine spezielle Folie.

Eine gute Orientierung beim Kauf von Schallschutzfenstern bietet die Einteilung in Schallschutzklassen. Nach der DIN 4109 unterteilt man Schallschutzfenster in die Klassen 1 bis 6. Fenster der Klasse 6 bieten den höchsten Schallschutz.

Quelle: Fenster Hannover – Holzkämpfer Bauelemente

 

Sonnenschutzglas

Große Fensterflächen sind inzwischen sehr beliebt, denn durch sie entstehen lichtdurchflutete Räume, die entsprechend großzügig wirken. An heißen Sommertagen kann es in Zimmern mit großen Fenstern jedoch schnell zu heiß werden. Gleiches gilt für hohe Gebäude wie die Büro- und Verwaltungsgebäude mit zahlreichen Fenstern sowie die Fenster auf ausgebauten Dachböden. Lässt sich ein Hitzeschutz nicht durch andere Maßnahmen wie zum Beispiel das Herunterlassen der Rollläden sicherstellen, ist eine Sonnenschutzverglasung eine gute Lösung.

Sie absorbiert oder reflektiert die Sonnenstrahlen und hält dadurch die Räume auf einer angenehmen Temperatur. Absorbierendes Sonnenschutzglas enthält spezielle Farbstoffe wie zum Beispiel Eisenoxid. Reflektierendes Sonnenschutzglas ist dagegen beschichtet. Diese fast unsichtbare Beschichtung kann auf der Außenseite aufgetragen werden. Dort hat sie den größten Effekt, führt allerdings auch dazu, dass das Glas spiegelt. Diese Spiegelung tritt bei einer Beschichtung auf der Innenseite kaum oder gar nicht auf.

Sowohl absorbierendes als auch reflektierendes Sonnenschutzglas hat eine geringere Lichtdurchlässigkeit als herkömmliches Glas. Beide Varianten lassen aber dennoch ausreichend Tageslicht in die Räume strömen.

 

Intelligentes Glas

Intelligentes Glas verwandelt sich auf Knopfdruck oder auch von allein von einem Klarglas zum Beispiel in ein Milchglas, das Personen außerhalb des Gebäudes den Blick in die Räume verwehrt. Diese Zusatzfunktion lässt sich durch verschiedene Techniken realisieren, deshalb unterscheidet man zwischen dem elektrochromen Glas, dem thermochromen Glas und dem LC-Glas. Beim elektrochromen Glas und beim LC-Glas verändert sich die Lichtdurchlässigkeit durch das Anlegen einer geringen elektrischen Spannung. Das thermochrome Glas reagiert dagegen auf Wärme, die zumeist durch Sonneneinstrahlung entsteht. Es färbt sich von allein ein und wird automatisch wieder klar, wenn die Wärme nachlässt.

 

Selbstreinigendes Glas

Eine selbstreinigende Verglasung ist nicht nur für große Gebäude attraktiv, in denen sich die Fenster nicht komplett öffnen lassen. Auch die meisten privaten Hausbesitzer verzichten gern auf das regelmäßige Putzen der Fenster und vor allem der Glasflächen, die nur schwerlich zu erreichen sind. Ein typisches Beispiel hierfür ist das Glasdach einer Terrasse, das sich von oben kaum reinigen lässt.

Beim selbstreinigenden Glas macht eine spezielle Beschichtung die Glasoberfläche fotokatalytisch und hydrophil. Fotokatalytisch bedeutet, dass die UV-Strahlen der Sonne alle organischen Verschmutzungen zersetzen. Der Begriff hydrophil besagt, dass sich Feuchtigkeit, bei Fenstern also vor allem das Regenwasser, gleichmäßig auf der gesamten Oberfläche verteilt. Nachdem die Verschmutzungen zersetzt wurden, fehlt daher nur noch ein Regenschauer, damit die Scheiben wieder sauber sind.

 

Brandschutzglas

Durch eine Verglasung aus Brandschutzglas lässt sich die Ausbreitung eines Feuers eindämmen. Dieses Glas ist zwischen den einzelnen Scheiben mit einer Brandschutzschicht versehen. Sie schäumt auf, wenn durch die Hitze des Feuers eine Scheibe zerbricht. In diesem Zustand hat sie einen isolierenden Effekt, sodass weniger Hitze durch die noch vorhandenen Scheiben dringt. Dadurch verhindert sie, dass empfindliche Materialien auf der anderen Seite der Scheibe allein durch die Hitze in Brand geraten. Gleichzeitig setzt sie eine gewisse Menge Wasser frei und sorgt dadurch für eine leichte Abkühlung.

Brandschutzglas wird in die Klassen F30 feuerhemmend, F60 hochfeuerhemmend sowie F90 und F120 feuerbeständig unterteilt. Die Zahl steht jeweils für die Anzahl Minuten, die das Glas einem Feuer und allen damit verbundenen Einflüssen wie Hitze oder Rauch standhält.

 

Sicherheitsglas

Herkömmliches Glas zerspringt bei einem Bruch in Scherben mit scharfen Kanten, die Verletzungen verursachen können. Möchten Sie dieses Risiko minimieren, können Sie sich für Einscheibensicherheitsglas (ESG) oder Verbundsicherheitsglas (VSG) entscheiden. Einscheibensicherheitsglas zerfällt beim Zerspringen in kleine Bruchstücke, die keine scharfen Kanten haben. Noch mehr Sicherheit bietet das Verbundsicherheitsglas, das aus mehreren Glasscheiben besteht. Zwischen diesen Scheiben befindet sich eine reißfeste Folie, an der die Scherben bei einem Bruch haften bleiben. Verbundsicherheitsglas erhöht daher auch den Schutz vor Einbrechern, denn es verhindert, dass Kriminelle durch eine zerschlagene Scheibe hindurchgreifen, um ein Fenster von der Innenseite zu entriegeln.

 

Einbruchhemmendes Fensterglas

Einen noch besseren Schutz vor Einbrechern bietet eine einbruchhemmende Verglasung. Sie wird gemäß der DIN EN 356 mit Kürzeln wie P4A gekennzeichnet. Hinter diesem Kürzel verbergen sich zahlreiche Kriterien, daher lassen Sie sich bei der Auswahl einer einbruchhemmenden Verglasung am besten von einem Fachmann beraten. Für privat genutzte Gebäude werden jedoch meist P4A- oder P5A-Verglasungen genutzt. Durch sie entstehen in Kombination mit den geeigneten Rahmen und Beschlägen einbruchhemmende Fenster in den Widerstandsklassen RC2N beziehungsweise RC3.

 

Vogelschutzglas

Vögel erkennen herkömmliche Glasscheiben nicht und kommen beim Aufprall auf Glas oft zu Tode. Um dies zu verhindern, gibt es das Vogelschutzglas, das mit einer speziellen Beschichtung versehen ist. Sie reflektiert UV-Licht, das für Vögel sichtbar, für Menschen jedoch unsichtbar ist. Scheiben aus Vogelschutzglas sehen für uns Menschen daher genauso aus wie jedes andere Glas, sind jedoch ein guter Beitrag zum Naturschutz. Sie bieten sich neben öffentlichen Bereichen vor allem für Fensterflächen an, bei denen es in der Vergangenheit schon häufiger zu einem sogenannten Vogelschlag gekommen ist. Schuld sind nicht selten Bäume und Sträucher, die sich in den Scheiben spiegeln, oder eine Spiegelung des Himmels.

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Tipps für die eigene Hobbywerkstatt

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Viele Heimwerker träumen von der eigenen Hobbywerkstatt. Mit allen nötigen Tools ausgerüstet lässt sich so das Eigenheim in Schuss halten, Möbel reparieren, Fahrräder warten und sogar der Innenausbau von Räumen realisieren. Hierzu sind lediglich ein gewisses handwerkliches Geschick sowie Werkzeuge und Maschinen nötig. Eine gut ausgestattete Hobbywerkstatt ist also nicht nur Träumerei, sondern durchaus sinnvoll. Einige interessante Punkte im Kontext der Hobbywerkstatt werden im Folgenden etwas genauer betrachtet.

Die Wahl der Räumlichkeiten

Noch bevor es um die Frage geht, welche Säbelsäge mit Akku es denn sein soll oder ob der Bosch Drehschlagschrauber eine gute Alternative ist, gilt es eine Antwort darauf zu finden, wo die Hobbywerkstatt genau realisiert werden kann. Diese sollte dann selbstverständlich ausreichend Platz bieten, um die genannten Werkzeuge und Maschinen als auch alles Weitere für den Heimwerker Wichtige fassen zu können. Darüber hinaus gilt es diese Werkstatt ebenfalls, als eine Art Rückzugsort zu sehen, an dem der Heimwerker seinen Ideen freien Lauf lassen kann und an dem es ihm möglich ist, auf die vielfältigen Herausforderungen, die sich ihm stellen können, neue Lösungen zu finden. Insofern spielt die Qualität der Räumlichkeit ebenso eine große Rolle wie die Wahl der Werkzeuge selbst.

Bevorzugt werden üblicherweise Räume, die sich im Keller oder im Dachboden befinden. Allerdings bieten sich ebenso die Garage oder das Gartenhaus an. An allen Orten sollte jedoch sichergestellt sein, dass es zum einen eine zuverlässige Stromversorgung gibt und zum anderen eine Wasserversorgung. Ebenfalls ist es wichtig, darauf zu achten, dass ausreichend Platz für Hängeschränke, Werkbank, Schränke und Regale ist. Wer sich viel in der Hobbywerkstatt aufhalten wird, darf sich zudem mit dem Gedanken auseinandersetzen, wie diese in der kalten Jahreszeit beheizt wird. Das ist nicht nur für den Heimwerker an sich wichtig, sondern ebenfalls für die Werkzeuge, die sich in der Hobbywerkstatt befinden. Schließlich sollte der Raum trocken sein, sodass vermieden wird, dass sich an diesen Rost ansetzt.

Interessante Aspekte bei der Ortswahl

Bei der Auswahl des Ortes für die eigene Werkstatt gibt es noch ein paar Tipps, die bei der Entscheidung helfen sollen:

Wie viel Platz wird für die Hobbywerkstatt tatsächlich benötigt?

Hier ist zu beachten, dass selbst eine kleine Werkbank mindestens 1,5 Meter auf 0,8 Meter misst. Hinzu kommen die Maße für Schränke sowie Hängeregale und Weiteres. Ebenso ist der Platzbedarf für Maschinen und das Werkzeug zu beachten. Im Schnitt sollte die Mindestgröße einer eigenen Werkstatt bei mindestens 12 Quadratmetern liegen. Bei der Einrichtung selbst hat der Hobbyheimwerker selbstverständlich absolut freie Hand. So gibt es in der Zwischenzeit moderne Komplettsets, die sich zur Einrichtung der Werkstatt ebenso anbieten wie separate Werkbank, Werkstattwagen, Werkzeugwand, diverse Regale und selbstverständlich Schränke.

Der Blick auf das Werkzeug

Neben der hier erwähnten Säbelsäge mit Akku oder dem Bosch Drehschlagschrauber braucht es selbstverständlich auch eine Auswahl an Grundwerkzeugen, die in jeder Werkstatt vorhanden sein sollten. Hierzu zählen etwa Hammer, ein Satz Innensechskantschlüssel, ein Satz Schraubendreher, Wasserwaage, Schraubzwinge, Schraubstock, Satz Innensechskantschlüssel, Teppichmesser, Akkuschrauber mit Bitsatz, Stifte zum Markieren, Kombizange sowie Seitenschneider, ein Satz Ringschlüssel und zum Aufräumen selbstverständlich Schaufel und Handfeger. Je nach Bedarf lässt sich diese Auswahl selbstverständlich mit allerlei weiteren Werkzeugen und Maschinen ausbauen. Hierzu zählen etwa Tischkreissäge, Tischbohrmaschine, diverse Malerwerkzeuge, Handkreissäge und vieles mehr. Auf keinen Fall fehlen darf die persönliche Schutzausrüstung bestehend aus Arbeitshandschuhen, Schutzbrille und Gehörschutz.

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