Vier Tipps für den perfekten Offenstall

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Die Haltung im Offenstall ist für Pferde eine sehr gute Möglichkeit, um ihren natürlichen Bedürfnissen gerecht zu werden. Zu den wichtigsten Bedürfnissen im Zusammenhang mit dem „Pferde-Wohnraum“ gehören Licht, Luft und Bewegung. Es gibt jedoch eine Reihe von weiteren Faktoren, auf die man bei einem Offenstall achten sollte.

Die Größe der Herde

Das Angebot an Offenställen hat in den letzten Jahren deutlich zugenommen. Von Herden mit 30 Tieren aufwärts, bis zu hin zu kleinen Vierer-Gruppen ist alles vertreten. Natürlich hängt die Anzahl der Pferde auch immer mit dem Platzangebot zusammen. Je größer eine Herde ist, desto stressiger kann die Lebenssituation für das einzelne Pferd sein, insbesondere dann, wenn wenig Platz vorhanden ist. Je größer die Herde, desto mehr Futterstellen müssen angeboten werden. Hier muss man ganz genau auf sein Pferd achten und schauen ob es in einer großen Gruppe zurechtkommt.

Zudem gibt es Offenställe mit gemischten Gruppen, in denen Wallache und Stuten zusammenstehen. Mittlerweile gibt es auch immer mehr Stallbetreiber, die separate Gruppen für Wallache und Stuten anbieten. Dies hat sich oftmals bei Stuten bewährt, die „Dauer-Rossig“ waren oder auch bei Wallachen, die ihre Manneskraft falsch eingeschätzt hatten.

 

Der Unterstand im Offenstall

Die Unterstellmöglichkeit soll sich immer an der Herdengröße orientieren. Im Gegensatz zu Kühen brauchen Pferde deutlich mehr Platz. Man steht zwar gerne mal mit dem Pferde-Kumpel sehr dicht zusammen, aber auch nur mit diesem und auch nicht immer. Wer Pferde in einem Offenstall schon einmal über einen längeren Zeitraum beobachtet hat, dem ist sicherlich aufgefallen, dass sie oftmals mit einem respektvollen Abstand beieinanderstehen. Dementsprechend muss der Unterstand von der Größe so gestaltet sein alle Pferde genügend Platz darin erhalten. Der Unterstand wird ja nicht nur zum Ausruhen genutzt, er dient auch als Rückzugsort bei Regen, Wind, Hitze und kann auch vor Insekten schützen. Wenn man die Möglichkeit hat, sollte die Südseite eines Unterstandes im Offenstall aufgelassen werden, während hingegen die Ostseite zu sein sollte.

In sehr windigen Regionen oder aber bei Pferden, die sehr anfällig auf Insekten reagieren, muss der Unterstand dementsprechend gebaut werden, dass er wirklich Schutz bietet. Doch wie stellt man dies am Besten an? Türen gehen schlecht. Es ist sicherlich keine gute Idee dem Pferd das Öffnen und schließen von Türen beizubringen. Hier haben sich spezielle Streifenvorhänge für Pferdeställe aus PVC bewährt. Diese Lammellenvorhänge bestehen aus durchsichtigem Kunststoff, damit genügend Licht in den Innenbereich fällt. Die einzelnen Lamellen gibt es in unterschiedlichen Stärken, die auch das Gewicht beeinflussen. Das hat natürlich auch Einfluss auf die Bewegung der Lamellen bei Wind. Je dicker das Material, desto schwerer die Lamelle. Die meisten Pferde kommen mit einem Streifenvorhang sehr gut klar und passieren ihn nach kurzer Eingewöhnungs- und Übungszeit. Beobachtungen zeigen, dass Pferde, die sehr empfindlich auf Insekten reagieren, einen sehr geschützten und teilweise abgedunkelten Rückzugsort zu schätzen wissen und diesen ausgiebig nutzen.

Viele Pferde bevorzugen jedoch Unterstände, die eine gute Sicht ermöglichen und Fluchtmöglichkeiten bieten. Je weniger Wände solch ein Unterstand hat, desto häufiger wird er frequentiert.

 

Der Boden im Offenstall – Matsch-frei heißt das Zauberwort!

Viele Offenställe sind Matschlöcher! Das ist nicht nur für Mensch und Tier sehr unschön, es erschwert auch die Arbeit. Wer einmal solch ein Paddock von Pferdeäpfeln befreit hat und eine Schubkarre durch tiefen Matsch schieben musste, weiß, was gemeint ist. Zudem ist ein Matschloch auch alles andere als hygienisch!

In den wenigsten Fällen hat ein Offenstall einen Boden, der wie eine natürliche Drainage wirkt. Ansonsten muss an dieser Stelle nachgeholfen werden. Das Angebot an Möglichkeiten, um ein Paddock matschfrei zu bekommen, ist groß. Von einer Bodenbefestigung durch verschiedene Trennschichten, über diverse Kunststoffplatten bis hin zu Kunstrasen, ist alles vertreten. So groß wie das Angebot ist, so unterschiedlich sind auch die Preise!

Eine sehr gute Alternative sind Paddockplatten. Mittlerweile gibt es auch Systeme, die ohne Unterbau verlegt werden können, ohne dass der Boden dabei in Mitleidenschaft gezogen wird. Bei Bedarf kann ein schneller Rückbau erfolgen und der Boden kann wieder anderweitig verwendet werden. Dies ist besonders dann sehr praktisch, wenn man seinen Stall nur gepachtet hat.

Ein weiterer Trend, der in der Vergangenheit stark zugenommen hat, ist Kunstrasen. Dieser kann wahlweise ebenfalls mit und ohne Unterbau verlegt werden. Eine bessere Haltbarkeit erreicht man natürlich mit einem Unterbau, jedoch ist dies nicht immer möglich. Kunstrasen kann zwar günstig erworben werden, jedoch können die Entsorgungskosten sehr teuer sein, da er als Sondermüll eingestuft wird.

Tischlein deck dich – Füttern im Offenstall

Die Anzahl der Fressplätze richtet sich auch immer nach der Gruppengröße. Generell sollte es immer mehr Fressplätze als Pferde geben. Es gibt auch immer mal Pferde, die einen Fressplatz für sich allein beanspruchen. Bei mehreren Fressstellen können die Pferde aus dem Weg gehen und jeder kann in Ruhe fressen.

Da das Pferd von Natur aus ein Dauerfresser ist, sollte man ihm auch die Möglichkeit geben, kontinuierlich zu fressen. Heu und Gras sind hier sehr gute Alternativen.  Besonders häufig sieht man überdachte Heuraufen auf den Paddocks stehen. Ob man eine Rundraufe oder eine Heuraufe mit vier Ecken wählt ist Geschmackssache. In der Regel wird über das Heu ein Netz gemacht, damit einmal nicht so viel Heu durch die Gegend fliegt (Pferde essen nicht immer sauber) und zum anderen regt ein Netz die Pferde zum langsameren Fressen an. Heunetze gibt es mit unterschiedlichen Maschengrößen, von 2 cm – 10 cm ist alles dabei.

Neben Heu-Raufen aus Metall und Kunststoff gibt es auch verschiedene Heunetze, die entweder frei hängend oder an einer Wand angebracht werden können. Hierbei scheiden sich allerdings die Geister inwieweit Netze (oder was nicht auch alles hingehangen wird) eher gesundheitsschädigend sind. Durch die ständigen Schaukel Bewegungen des Netzes und den damit zusammenhängenden Bewegungen des Pferdekopfes und Halses kann es zu Beeinträchtigungen kommen. Einige Pferde haben damit mehr Probleme, andere weniger.

Mittlerweile gibt es auch verschiedene Heufütterungssysteme, die sich an der natürlichen Fresshaltung von Pferden orientieren. Die natürliche Fresshaltung ist vom Boden aus. Der Handel bietet hierzu Heukisten aus Holz oder Kunststoff, die wahlweise auch mit einer Fressbremse, einem Gitter aus Kunststoff, versehen werden können.

Die Kraftfuttergabe erfolgt in den meisten Ställen per Hand, oftmals durch den Besitzer. Gut eignen sich hierfür spezielle Kraftfutterautomaten, die beispielsweise Hafer in mehreren kleinen Portionen über den Tag verteilt an ein Pferd abgeben. Damit dieses System jedoch funktioniert, benötigt das Pferd einen speziellen Transponderchip.

 

 

 

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