Schäden am Auto nach der Nutzung einer Waschanlage – wer haftet?

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Insbesondere in den Wintermonaten werden Waschstraßen und Waschanlagen häufiger als sonst von Autobesitzern angesteuert, um Eis, Schneematsch und Salzreste zu entfernen, die den Lack ansonsten nachhaltig beschädigen könnten. Doch was ist zu tun, wenn das Auto nicht wie erwartet sauber glänzend aus der Anlage kommt, sondern Kratzer in der Karosserie oder abgerissene Aufbauten aufweist?

Sicherheitshinweise sind zu beachten

Abgerissene Spiegel, Antennen oder andere Anbauteile und Kratzer im Lack sind ein großes Ärgernis für jeden Autobesitzer und Autofahren an sich ist eigentlich schon teuer genug. In den meisten Fällen entstehen diese, weil die Sicherheitsanweisungen nicht oder nur ungenügend beachtet werden. Diese erhält der Kunde entweder direkt von einem Mitarbeiter oder über die ausgehängten Hinweisschildern.

Außenspiegel sollten daher grundsätzlich eingeklappt und Antennen eingefahren oder abgeschraubt werden. Auch Spoiler und andere Auf- und Anbauten sind wenn möglich zu entfernen, da sie insbesondere bei nachträglicher Montage ein Sicherheitsrisiko darstellen. Weiterhin ist darauf zu achten, dass alle Fahrzeugtüren und -fenster komplett geschlossen und wenn möglich abgeschlossen wurden.

Doch auch wenn der Kunde selbst alle Hinweise ordnungsgemäß beachtet kann es zu Beschädigungen am Fahrzeug kommen, etwa durch abgerissene Anbauteile des Fahrzeugs, welches zuvor in der Anlage gereinigt wurde. Verfangen diese sich in den rotierenden Lappen oder Bürsten, hat dies oftmals verheerende Folgen für Karosserie und Lack des eigenen Wagens.

 

Ersatzansprüche nicht grundsätzlich auszuschließen

Die gute Nachricht für Kraftfahrzeugbesitzer: ein Waschanlagenbetreiber kann bestimmte Schäden durch die AGB nicht grundsätzlich ausschließen oder Höchstgrenzen für Entschädigungen festlegen. Auch wenn dem Betreiber nur eine geringe Fahrlässigkeit nachgewiesen werden kann, ist er für den entstandenen Schaden haftbar. Ob der Schaden bei der Vorwäsche durch einen Mitarbeiter oder beim Waschvorgang in einer automatisierten Anlage entstanden ist, spielt bei der Beurteilung keine Rolle.

Schwieriger wird es da schon bei der Beweislast, diese liegt beinahe ausnahmslos beim Kunden. Experten empfehlen daher, das Auto noch vor dem Verlassen des Betriebsgeländes eingehend zu begutachten und etwaige Schäden dem Betreiber umgehend mitzuteilen. Wenn der Schaden erst vor der heimischen Garage bemerkt wird, kann oftmals nicht mehr ausgeschlossen werden, dass dieser auch auf der Heimfahrt entstanden sein könnte.

Nützlich kann es daher sein, einen oder mehrere – möglichst unabhängige – Zeugen zu finden, die den einwandfreien Zustand des Wagen vor der Einfahrt in die Anlage bestätigen können. Bei größeren Schäden, wie sie beispielsweise durch abgerissene Aufbauten entstehen können, empfiehlt sich das rasche Hinzuziehen eines Sachverständigen. Denn die Beweissicherung wird umso schwieriger, je länger der Geschädigte zögert.

Wird dem Betreiber im Zuge des Gutachtens allerdings eine regelmäßig gewartete Anlage bescheinigt, schmälert dies die Erfolgsaussichten auf Schadensersatz. Denn dann ist nicht davon auszugehen, dass ein technischer Mangel die Ursache für den Schaden ist. Kann hingegen nachgewiesen werden, dass Schäden im Lack oder an den Zierleisten durch Anbauteile eines anderen Fahrzeugs entstanden sind, die sich in den Bürsten verfangen haben, stehen die Chancen auf Entschädigung in der Regel gut.

 

Vorsicht bei Waschstraßen mit Förderband

Die oben genannten Fälle beschreiben die Rechtslage bei Schäden, die in Anlagen entstehen, bei denen der Kunde das Fahrzeug während dem Waschvorgang verlässt. Komplizierter gestaltet es sich bei Anlagen, in denen der Besitzer des Fahrzeugs in diesem sitzen bleibt. Oftmals kann hier auch durch einen Gutachter nicht festgestellt werden, ob der Schaden durch einen technischen Defekt der Anlage oder Fehlverhalten des Kunden entstanden ist. Dies kann zum Beispiel der Fall sein, wenn während des Waschvorgangs Lenkbewegungen durchgeführt werden oder ein Gang eingelegt ist.

 

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