Ist die Bundesliga Europas Nummer 1?

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Die Saison läuft und damit diskutieren viele Fans auch wieder die Frage, welche Liga eigentlich die Beste ist? Um es vorweg zu nehmen: Eindeutig messen kann man nicht, wer sich diesen inoffiziellen Titel sichern kann. Aber man kann einzelne Kategorien miteinander vergleichen, um sich einer Antwort zu nähern. Deshalb haben wir Trends, Daten und Fakten aus Europas Top 5-Ligen Deutschland, Italien, Spanien, England und Frankreich für dich zusammengesammelt.

TORE

Von wegen Catenaccio-Fußball: In keiner anderen europäischen Top-Liga fielen in der letzten Saison so viele Tore wie in Italien (2,96). Knapp dahinter folgt das für seine Offensiv-Spektakel von Messi, Cristiano Ronaldo & Co. bekannte Spanien mit 2,94 Toren pro Spiel. Die Bundesliga kam in der Saison 2016/2017 auf einen Wert von 2,87 und liegt damit noch vor der Premier League (2,80).

Die wenigsten Treffer pro Spiel gab es in der abgelaufenen Saison in Frankreich, denn in der Ligue 1 fielen durchschnittlich nur 2,61 Tore pro Partie. In absoluten Zahlen ausgedrückt sind das in 380 Spielen in Italien 1.123 Tore, in Spanien mit 1.118 mickrige fünf Treffer weniger, in England 1.064 und in Frankreich 991.

In Deutschland spielen bekanntlich nur 18 Vereine und damit zwei weniger als bei der europäischen Top-Konkurrenz. Daher gab es nur 306 Bundesligaspiele, in denen der Ball 877 Mal im Netz landete.

6% der Partien endeten mit dem Ergebnis, das keiner mag: 0:0. In der Ligue 1 fehlte sogar in 8% aller Partien das Salz in der Suppe, auch Tore genannt. Was den Heimvorteil angeht, tun sich die fünf Ligen fast nichts und kommen auf 48 bzw. 49% Siege im eigenen Stadion.

Die Bundesliga hatte nach Frankreich (25%) mit 24% den zweitgrößten Anteil an Unentschieden. In 55% aller Bundesligaspiele in der Spielzeit 2016/2017 konnten beide Fankurven mindestens ein Tor ihrer Mannschaft bejubeln und 89-mal gab es sogar mehr als 3,5 Tore für das Eintrittsgeld zu sehen.

FAIR PLAY

Die wenigsten Roten Karten pro Spiel gab es in der Saison 2016/2017 in England. 0,11-mal pro Spiel verwiesen die Referees einen Spieler vom Platz. Dies ist deutlich weniger als in Deutschland, das auf 0,20 Platzverweise pro Begegnung kam. In Spanien (0,23) und Italien (0,27) waren es nur unwesentlich mehr. Am häufigsten (0,29) schickten die Unparteiischen in der vergangenen Saison in Frankreichs Ligue 1 einen Spieler vorzeitig zum Duschen.

In der Primera División sahen im Schnitt 5,11 Spieler pro Partie die Gelbe Karte, es folgt Italien mit 4,77 Verwarnungen pro Spiel. Deutschland liegt mit 3,97 Verwarnungen im Mittelfeld. In England (3,88) und Frankreich (3,60) wurden noch weniger Gelbe Karten gezückt.

ZUSCHAUER

Die Bundesliga ist die zuschauerstärkste Liga Europas – mit Abstand. Insgesamt knapp 13 Millionen Fans pilgerten vergangene Saison in die deutschen Erstliga-Stadien. Das entspricht rund 40.728 Zuschauern pro Spiel. Von solch stimmungsvollen Kulissen kann in anderen Ligen nur geträumt werden.

In Italien sehen im Schnitt lediglich 21.398 Zuschauer eine Partie, in Frankreich sind es 20.440. Auf Rang zwei liegt die englische Premier League mit 35.621 Besuchern pro Match, es folgt Spanien mit 27.021 Fans.

Nimmt man die 40 meistbesuchten Stadien Europas, waren über 36 Millionen Fans in der Saison 2016/17 mittendrin statt nur dabei. Der größte Zuschauer-Magnet war wie schon in den vergangenen sechs Jahren der Signal Iduna Park von Borussia Dortmund: 79.712 Besucher schauten sich die Bundesliga-Partien des BVB im Schnitt an. Dass die 80.000er-Marke nicht erneut geknackt wurde, lag an der Sperrung der Südtribüne beim Heimsieg gegen den VfL Wolfsburg.

Die Plätze zwei bis fünf gehen an den FC Barcelona (78.464 Fans pro Spiel), Manchester United (75.290), FC Bayern (75.000) und Real Madrid (71.368). Diese Klubs sind die einzigen in ganz Europa, die ihre Heimspiele im Schnitt vor über 70.000 Zuschauern austragen. Die Bayern sind in Sachen Stadion-Auslastung mit 100 Prozent die Nummer eins: Kein anderer Klub schaffte es, bei jedem Ligaspiel auch den Gästeblock voll zu machen. Überragenden Zuspruch erlebten mit Newcastle United und dem VfB Stuttgart auch zwei Zweitligisten.

Mit der Unterstützung von durchschnittlich 51.106 bzw. 50.717 Fans sicherten sich beide Klubs den Meistertitel und somit den direkten Wiederaufstieg in die höchste Spielklasse ihres Landes.

Zwölf Vereine aus Deutschland, neun aus England – europaweit sorgen deutsche und englische Fans für die vollsten Fußball-Stadien. In der 1. Bundesliga spielten zehn Klubs regelmäßig vor 40.000 Zuschauern und mehr, mit dem VfB und Hannover 96 schafften es gleich zwei Zweitligisten in die Top 40.

Die Premier League (95,1 %) hatte die Nase derweil in Sachen Stadion-Auslastung knapp vor der Bundesliga (93,9 %) vorn. Überraschend ist, dass die Premier League Clubs trotz der Ticketpreise an der Spitze liegen. Es war bereits öfter von Fanprotesten zu hören oder zu lesen, und im Schnitt zahlten die Zuschauer in England ca. 32 € für das günstigste Ticket im Stadion.

Es kann auf diesen Plätzen auch durchaus vorkommen, dass es dann Sichtbehinderungen gibt. Zum Vergleich: In Deutschland zahlte man für das teuerste Tagesticket (Stehplatz) 21 € (beim HSV) und das günstigste Ticket für ein Spiel gab es bei Bayer 04 Leverkusen bereits ab 10 € (ebenfalls Stehplatz)

Von solchen Werten war man in der italienischen Serie A (57,2 %) und der französischen Ligue 1 (65,6 %) weit entfernt. In Frankreich ist Vizemeister Paris Saint-Germain sowohl bei der Besucherzahl (45.159) als auch bei der Auslastung (90,9 %) das Maß aller Dinge. Die Heimspiele von Meister AS Monaco verfolgten im kleinen Fürstentum im Schnitt 9.038 Besucher – das Stade Louis-II war dabei zu 48,8 Prozent ausgelastet.

Ähnlich viele Freiheiten hatte man auch im meistbesuchten Stadion Italiens: dem Giuseppe Meazza. 80.018 Fans passen rein – bei Heimspielen von Inter Mailand waren es durchschnittlich 46.620 Besucher, beim AC Mailand 40.292. Ganz anders sieht es im 2011 eröffneten Turiner Juventus Stadium aus, denn die Arena von Serienmeister Juventus war mit 39.925 Fans im Schnitt zu 96,3 Prozent ausgelastet.

Die „Alte Dame“ hat eine moderne Arena, ansonsten gab es seit 1990 keine Stadionneubauten in der höchsten italienischen Liga. So entsprechen heute nur noch vier Stadien der internationalen Norm. Dies ist für den modernen Eventcharakter eines Fußballspiels und den Ansprüchen der Zuschauer nicht mehr zeitgemäß.

DIE SAISON 2016/2017 AUF EINEN BLICK

Kriterium Deutschland England Spanien Italien Frankreich
Tore pro Spiel 2,87 2,80 2,94 2,96 2,61
Beide Teams treffen 55% 51% 56% 57% 46%
Mehr als 1,5 Tore 78% 77% 78% 79% 73%
Mehr als 2,5 Tore 55% 54% 56% 58% 48%
Mehr als 3,5 Tore 29% 32% 34% 34% 27%
0:0-Häufigkeit 6% 7% 7% 5% 8%
Heimsiege 49% 49% 48% 48% 49%
Auswärtssiege 27% 29% 29% 31% 26%
Unentschieden 24% 22% 23% 21% 25%
Spiele mit einem Sieger 76% 78% 77% 79% 75%
Zuschauer 40.728 35.621 27.021 21.398 20.440

 

AUSGEGLICHENHEIT IN DER  LIGA

Was Titel, Finanzen und Rekorde angeht, gibt es in der Bundesliga einen großen, alles überstrahlenden Spitzenklub – den FC Bayern München. Die Münchner sind seit Jahren, nein eigentlich Jahrzehnten der Branchen-Primus in der Bundesliga. Oft, allen voran in den letzten Jahren stellte sich nicht die Frage, ob die Bayern Meister werden, sondern wann und mit wie vielen Punkten Vorsprung.

In der vergangenen Saison gelang ihnen wieder etwas Einmaliges, denn als erster Bundesligist der Geschichte holten sie fünf Meisterschaften in Folge. Dahinter sortiert sich die Bundesliga im Spitzen-Segment immer wieder neu. Dauerhaft, also über fünf bis zehn Jahre schaffte es selten ein Team, den Bayern konstant Paroli zu bieten. Was auch daran liegt, dass die Münchner sich gerne am Spitzenpersonal des ärgsten Konkurrenten bedienen.

Anfang der 2000er-Jahre war es Werder Bremen (Borowski, Frings und Klose) und in jüngster Vergangenheit Borussia Dortmund. Nachdem der BVB unter Trainer Jürgen Klopp gleich zweimal in Folge (2011 & 2012) die Meisterschale holte und den Bayern zu dominant wurde, lockte der FCB zuerst Mario Götze an die Isar. Ein Jahr später folgte Topstürmer Robert Lewandowski und zuletzt tauschte Mats Hummels das Schwarz-Gelbe gegen das rote Trikot gegen ein. In den letzten zehn Jahren durchbrachen außer dem BVB nur Stuttgart (2007) und der VfL Wolfsburg (2009) die Münchener Dominanz, doch es erwies sich in beiden Fällen als One-Hit-Wonder.

 

Meister der letzten 10 Jahre + Vizemeister

 

2007/2008: FC Bayern München / Werder Bremen

2008/2009: VfL Wolfsburg / FC Bayern München

2009/2010: FC Bayern München / FC Schalke 04

2010/2011: Borussia Dortmund / Bayer 04 Leverkusen

2011/2012: Borussia Dortmund / FC Bayern München

2012/2013: FC Bayern München / Borussia Dortmund

2013/2014: FC Bayern München / Borussia Dortmund

2014/2015: FC Bayern München / VfL Wolfsburg

2015/2016: FC Bayern München / Borussia Dortmund

2016/2017: FC Bayern München / RB Leipzig

 

In England wurde jahrelang von den Big Four gesprochen: von Manchester United (Rekordmeister), dem FC Liverpool, dem FC Chelsea und Arsenal London. In den letzten Jahren wurde dieser durch eine neue „Größe“ erweitert, nämlich Manchester City. Auch Tottenham Hotspurs gehört mit den Platzierungen 5, 3 und 2 seit drei Jahren zur Spitze, so dass mittlerweile der Begriff „Big 6“ besser passt.

Die Spitzengruppe in England ist ein nahezu geschlossener Kreis. Allen voran Chelsea London und Manchester City investierten in den vergangenen Jahren Unsummen in neue Spieler. Ein Transferrekord jagte den nächsten. Zwar lässt sich in England beobachten, dass es selten einem „anderen“ Team gelingt, außer den oben genannten in den Top 4 bzw. Top 5 der Liga zu landen. Aber dafür wechseln sich die Liga-Meister immer wieder ab. Von 2006 – 2009 siegte Manchester United dreimal in Folge und löste damit den Rekordmeister und Rivalen FC Liverpool ab. 2009/2010 wurde Chelsea zum vierten Mal englischer Meister. Dann wurde der Titel zwischen den beiden Rivalen aus Manchester ausgespielt. Abwechselnd siegten entweder City oder United in den darauffolgenden vier Jahren. Chelsea gewann vorletztes Jahr den Titel. Und 2016 schaffte Leicester City die Mega-Sensation und wurde englischer Meister. Dieser Titelkampf war in England, spannend wie lange nicht.

Fast bis zum Schluss gab es einen Dreikampf zwischen Leicester, Arsenal und Tottenham. Festzementiert haben ihre Erfolge die Titelträger hingegen nicht. Die Abstände zwischen Meister und Vize-Meister waren entweder nie größer als elf Punkte. In den letzten zehn Jahren sahen so die Punkteabstände zwischen Ersten und Zeiten aus: 6, 2, 4, 1, 9, punktgleich (die bessere Tordifferenz entschied), 11, 2, 8, 10 und 7. Heißt der Titelkampf ist meistens recht spannend im Mutterland des Fußballs. In der Bundesliga stiegen in den vergangenen Jahren die Abstände massiv an: 2 Punkte, 10, 2, 5, 7, 8, 25, 19, 10, 10, 15.

In der spanischen La Liga gewannen seit 2004/2005 fast ausschließlich Real Madrid und der FC Barcelona die Meisterschaft. Die Dominanz konnte nur einmal von Atletico Madrid (2013/2014) durchbrochen werden. Da der Meisterschaftskampf dort ohnehin nur ein Zweikampf ist, sparen wir uns an dieser Stelle den Vergleich an Punkten zwischen Meister und Vize-Meister.

Was die Ausgeglichenheit steht die Bundesliga am besten da. Es dominieren zwar die Bayern, aber immer wieder gab es Rivalen, die es den Bayern einige Zeit schwer machten oder gar Meister wurden. Borussia Dortmund wird auch zukünftig alles daran setzen, sich als dauerhafter Konkurrent zu etablieren und mittelfristig auch wieder Meister zu werden. Mit RB Leipzig ist ein neuer, finanzkräftiger Konkurrent mit enormem Potential hinzukommen, dessen mittelfristige Entwicklung noch nicht abzusehen ist.

Was allerdings den Abstand zur Konkurrenz angeht, haben die Bayern in den letzten Jahren Maßstäbe gesetzt. Die Zeiten der knappen und spannenden Meisterschaften sind in der Bundesliga seit einigen Jahren vorbei. Dagegen ist der Kampf um die europäischen Plätze seit Jahren offen – zuletzt spielten sich Teams wie Köln und Freiburg mit einer guten Saison nach oben – und der Abstiegskampf ist seit Jahren an Dramatik bis zum Schluss kaum zu überbieten.

In England regieren die Top-Sechs, die Titelträger wechseln sich aber dafür immer wieder ab und die Meisterschaften enden immer wieder denkbar knapp. Heißt im Puncto Spannung im Meisterschaftskampf ist für uns England der Gewinner.

 

WETTBERWERBSSTÄRKE

Schaut man sich die Titel auf europäischer Ebene heran, gibt es einen klaren Sieger. In den letzten fünf Jahren gingen die Titel in der Königsklasse des europäischen Fußballs, 4-mal nach Spanien (3-mal Real Madrid, einmal FC Barcelona) und einmal nach Deutschland. Auch in der Europa League haben die spanischen Klubs ein klares Übergewicht.

Alleine dreimal in Folge – von 2014 bis 2016 – gewann der FC Sevilla. Manchester United sorgte 2017 für den ersten englischen Triumph seit vier Jahren. Eine deutsche Finalbeteiligung gab es zuletzt 2009. Damals hieß der Wettbewerb noch UEFA-Cup und die Nordlichter von Werder Bremen unterlagen Schachtjor Donezk.

Es stellt sich also die Frage, woran es liegt, dass die Spanier eine Übermacht in den Klubwettbewerben auf europäischer Ebene darstellen? Zweifelsohne verfügt „La Liga“ mit Atletico Madrid, Real Madrid und Barcelona über drei großartige Mannschaften. Die spanische Meisterschaft ist zwar für Madrid und Barcelona ein wichtiger Titel, die Champions League aber weitaus bedeutender.

Die Premier League stieß zwar mit dem letzten Fernsehvertrag-Abschluss in neue Sphären der Vermarktung vor und dort sind auch fast alle Klubs an Investoren verkauft worden, aber auf Titelgewinne hat sich das nicht groß ausgewirkt. Vielleicht war der Europa League-Titel von Manchester United in diesem Jahr aber der Startschuss zu erfolgreicheren Zeiten?

MARKTWERT

Real Madrid ist in diesem Jahr Historisches gelungen: Der spanische Rekordmeister feierte mit dem 4:1-Finalsieg gegen Juventus Turin als erster Klub die Titelverteidigung in der Geschichte der Champions League. Zudem gelang der Triumph in der heimischen Liga vor dem FC Barcelona.

Für Fans der Königlichen dürfte klar sein, wer der größte Verein der Welt ist, der größte Fußballklub sowieso. Was den Marktwert betrifft, ist Real aber laut der amerikanischen Wirtschaftszeitschrift „Forbes“ nur noch die Nummer fünf der Welt. Nach Platz zwei im Vorjahr ging es mit einem geschätzten Wert von 3,13 Milliarden Euro zurück auf Rang fünf. Der Verein wird hinter seinem Erzrivalen Barcelona (3,19) und Europa-League-Sieger Manchester United (3,23) geführt.

Für United hohe Bewertung sorgen unter anderem die Einnahmen aus dem lukrativen TV-Vertrag der Premier League. Der Spitzenreiter bleibt der US-Footballklub Dallas Cowboys (3,7).

Im Vorjahr hatten die Cowboys Real Madrid als Führenden abgelöst. 2. New York Yankees (3,24 Milliarden Euro): Das Traditionsteam aus der US-Baseball-Liga ist nach einem vierten Platz im Vorjahr auf Rang zwei zurückgekehrt. Dort stand der Klub bereits im Ranking von 2015.

Für das gute Abschneiden sorgt unter anderem der höchstdotierteste Sponsorenvertrag der MLB (circa 105 Millionen Euro jährlich). Insgesamt sind Vereine aus dem US-Sport besonders stark vertreten: 43 der 50 wertvollsten Klubs kommen aus den Vereinigten Staaten, allein 29 davon sind NFL-Teams. Bayern München ist der wertvollste deutsche Verein, der Wert des Rekordmeisters (2,37) reicht allerdings nicht für die Top Ten – der FC Bayern ist 15.

TV-GELDER

Zum 25-jährigen Jubiläum hat sich die Premier League selbst reich beschenkt. Der neue TV-Vertrag spült in den nächsten drei Jahren 8,3 Milliarden Pfund in die Kassen der Klubs, die Ablösesummen sind auf einem Rekordhoch, ebenso die Gehälter: Ein Spieler in der Premier League verdient durchschnittlich 2,3 Millionen Pfund im Jahr.

Spaniens Fußball-Meister Real Madrid und Vorgänger FC Barcelona wären bei den TV-Geldern in der englischen Fußball-Premier-League nur gehobenes Mittelmaß. So erhielten Barca und Real für die abgelaufene Spielzeit rund 150 bzw. 143 Millionen Euro, was Platz sieben und acht bedeuten würde. Nach dem milliardenschweren TV-Vertrag des englischen Verbandes FA mit den TV-Riesen British Telecommunications und Sky sind die Summen im ersten Jahr förmlich explodiert.

Als Nummer eins kassiert Meister FC Chelsea rund 173 Millionen Euro, das sind 60 Millionen mehr als Vorgänger Leicester City in der Saison 2015/16. Insgesamt erhält die FA für die Jahre 2016 bis 2019 über 6,9 Millionen Euro, alleine für die nationale Übertragung. Dazu kommen Gelder aus dem Verkauf der internationalen TV-Rechte. Für die Spielzeit 2016/17 wurden in der Premier League damit insgesamt 2,75 Milliarden Euro ausgeschüttet.

Dagegen lesen sich die Erlöse der Deutschen Fußball Liga (DFL) trotz des Rekordhochs mit 709 Millionen Euro für die vergangene Saison eher bescheiden. Dies gilt folgerichtig auch für den TV-Ertrag von Meister Bayern München. Mit seinen 74,16 Millionen Euro kassierte der Rekordmeister mehr als 30 Millionen weniger als Premier-League-Schlusslicht FC Sunderland (107 Millionen)!

FAZIT

Deutschlands Bundesliga steht auf soliden Beinen. Oben haben die Bayern zwar ihre Vormachtstellung ausgebaut, aber die Dortmunder könnten die erste Mannschaft seit langer Zeit werden, die dauerhaft Titelkandidat und Bayernjäger ist. Hinter der Spitzengruppe ist es in der Bundesliga immer spannend, da es jede Saison neue Überraschungen gibt und der Abstiegskampf ohnehin seit Jahren ein zähes Ringen bis zum letzten Spieltag ist. In den europäischen Wettbewerben wird es allerdings insbesondere in der Europa League mal wieder Zeit, dass ein Team aus Deutschland den Titel holt.

In der Champions League schielt der FC Bayern auch diese Saison wieder auf die Silberware, auch Dortmund gehört zu den chancenreichen Außenseitern. In puncto Zuschauerzahlen macht der Bundesliga ohnehin keiner etwas vor und zudem darf sich die Bundesliga bis 2018 auf jeden Fall noch „Weltmeister-Liga“ nennen.

Für sehr viele begeisterte Fußballfans auf der ganzen Welt war die Premier League jahrelang die unangefochtene Nummer Eins im Vergleich zu anderen Ligen in Europa. Der Einsatz, die Härte und der Kampf auf dem Platz, dazu tolle Tore und viele, viele Weltstars auf dem Rasen.

Die Premier League besitzt weltweit eine sagenhafte Strahlkraft. Die Engländer sind insgesamt ligaübergreifend gesehen am zahlungskräftigsten, was Transfers angeht. Die Spitzengruppe ist geschlossen seit Jahren. Allerdings ist die Zeit der Serienmeister in England vorerst dabei. Die Titelkämpfe sind meistens spannend und lange offen.

Spanien punktet in einer Kategorie, die beim Profisport nicht ganz unwichtig ist – nämlich mit Trophäen. Denn auf europäischer Ebene heimsten die Spanier in den letzten Jahren, Titel um Titel ein. Von 2014 bis 2016 hieß der Sieger in der Europa League immer FC Sevilla, in der Champions League gingen sechs der letzten zehn Erfolge nach Spanien. Folgerichtig ist die spanische La Liga in der Fünfjahreswertung der UEFA weit enteilt.

Aber ist die spanische Beletage damit auch die beste Liga Europas, denn der duale Meisterschaftskampf zwischen den beiden Schwergewichten Real Madrid und dem FC Barcelona – nur Atletico Madrid konnte 2014 für eine einmalige Ausnahme in den letzten 13 Jahren sorgen – ist hier gähnend langweilig.

Also wer hat nun die beste Liga? Ligue 1 und Serie A fallen ein bisschen ab, doch zwischen Premier League, La Liga und Bundesliga liegen nur Nuancen. Für jede der drei Ligen gibt es gute Argumente, mit denen man im Vergleich punkten kann. In der Summe gibt es für unseren Redakteur aber keinen klaren Sieger, keine alles überstrahlende Liga. Aber was meinst du? Sag uns, welche Fußball-Liga deine Nummer eins in Europa ist.

 

Quellen:

O.V. (o.J.):Weltfußball URL: http://www.weltfussball.de/zuschauer/eng-premier-league-2016-2017/1/ (Stand: 31.08.2017)

O.V. (o.J.): Transfermarkt.de URL: http://www.transfermarkt.de/premier-league/besucherzahlen/wettbewerb/GB1 und http://www.wettbasis.com/sportwetten-news/die-stadionauslastung-in-den-europaeischen-ligen.html (Stand: 31.08.2017)

O.V. (16.11.2016):Price of Football 2016: Premier League cuts cost of tickets URL: http://www.bbc.com/sport/football/37962214 (Stand: 31.08.2017)

Statista (o.J.): Preise für Tagestickets der Vereine der 1. Fußball-Bundesliga in der Saison 2016/2017 URL: https://de.statista.com/statistik/daten/studie/169384/umfrage/preis-pro-einzelticket-der-bundesliga-vereine/ (Stand: 31.08.2017)

O.V. (o.J.): Soccerastats URL: http://www.soccerstats.com (Stand 31.08.2017)

O.V. (o.J.) https://www.ran.de/allgemein/bildergalerien/forbes-liste-juli-2017-das-sind-die-wertvollsten-sport-klubs-der-welt (Stand 31.08.2017)

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